Saison 2019/2020

Mittwoch, 02_10_2019 18 Uhr | Philharmonie im Gasteig | Öffentliche Generalprobe
Donnerstag, 03_10_2019 19 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Freitag, 04_10_2019 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Samstag, 05_10_2019 19_30 Uhr | Concert Hall Bratislava

WOLFGANG AMADEUS MOZART
Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551 "Jupiter-Symphonie"

Pause

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
Symphonie Nr. 2 B-Dur op. 52 "Lobgesang"


THOMAS HENGELBROCK, Dirigent
CHRISTINA LANDSHAMER, Sopran
ÁGNES KOVÁCS, Sopran
ANDREW STAPLES, Tenor
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN, Einstudierung: Andreas Herrmann

Felix Mendelssohn Bartholdy, Sohn eines Bankiers und Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn, wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren und gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik. Als Dirigent setzte er neue Standards, die das Selbstverständnis des Dirigierens bis heute maßgeblich mitprägen.

Mit der Aufführung von Werken Händels und Johann Sebastian Bachs trug er wesentlich zu ihrer Wiederentdeckung und zur Herausbildung eines Verständnisses für die „klassische“ Epoche der deutschen Musik bei. Er gilt als Mitbegründer der historischen Musikpflege und gründete das erste Konservatorium in Deutschland.

Bereits als Jugendlicher unternahm er Studienreisen innerhalb Europas, wo er unter anderem Bekanntschaft mit Johann Wolfgang von Goethe, Ludwig Spohr, Carl Maria von Weber, Gioachino Rossini, Giacomo Meyerbeer und Luigi Cherubini machte. Im April 1829 ging Mendelssohn erstmals nach London und wurde enthusiastisch aufgenommen. Anschließend reiste er durch Schottland, wo er zu seiner Hebriden-Ouvertüre und der Schottischen Sinfonie inspiriert wurde. Der Besuch in Großbritannien bildete den ersten Teil eines umfassenden, vom Vater geplanten Reiseprogramms, das ihn in alle wichtigen Kunstzentren Europas führte.

Im Jahr 1843 gründete Mendelssohn in Leipzig das Conservatorium – die erste Musikhochschule Deutschlands – und eröffnete es am 3. April in den Gebäuden des Gewandhauses.

Wie ein Schock wirkte die Nachricht vom Tod seiner Schwester Fanny am 14. Mai 1847. Er zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und machte mehrere Monate Urlaub in der Schweiz und in Süddeutschland. In Leipzig erlitt er am 9. Oktober einen ersten Schlaganfall. Nach weiteren Schlaganfällen am 25. Oktober und 3. November verlor er das Bewusstsein und verstarb am 4. November 1847. Mendelssohn wurde auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin-Kreuzberg neben seiner Schwester Fanny und weiteren Familienangehörigen beigesetzt.


Donnerstag, 21_11_2019 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Freitag, 22_11_2019 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Sonntag, 24_11_2019 11 Uhr | Philharmonie im Gasteig

JOSEPH HAYDN
Symphonie Nr. 49 f-Moll Hob. I:49 "La Passione"

AYAL ADLER
"Alone, I return from the Night" Three Songs for Soprano and Orchestra (2012/2019, Uraufführung der neuen Fassung und Auftragswerk der Münchner Philharmoniker)

Pause

JOSEPH HAYDN
"Missa in angustiis" Hob. XXII:11 ("Nelson-Messe")


OMER MEIR WELLBER, Dirigent
HILA BAGGIO, Sopran
SARAH-JANE BRANDON, Sopran
KATIJA DRAGOJEVIC, Mezzosopran
MARTIN MITTERRUTZNER, Tenor
AIN ANGER, Bass
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN, Einstudierung: Andreas Herrmann

Joseph Haydn - "Eine Symphonie ist seit Haydn kein bloßer Spaß mehr, sondern eine Angelegenheit auf Tod und Leben", würdigte Johannes Brahms die musikalische Leistung Joseph Haydns, der in fast allen Gattungen bahnbrechende Werke schuf. Von der Emotionen fordernden Romantik völlig zu Unrecht als altmodischer "Papa Haydn" belächelt, hatte der Komponist mit höchst intellektuellem und brillantem Formverständnis die eigentliche Tonsprache der "Wiener Klassik" geschaffen, die für Mozart und Beethoven zu Grundlage und Vorbild wurde. So gilt Haydn nicht nur als "Erfinder" der klassischen, viersätzigen Symphonie, sondern auch des Streichquartetts und der Klaviersonate. Seine Messen und Oratorien wie "Die Schöpfung" und "Die Jahreszeiten" wurden zum Ausgangspunkt der Sing- und Oratorienbegeisterung des 19. Jahrhunderts. Ab 1761 als Hofkapellmeister im Dienst der Fürsten Esterházy, fand Haydn hier die sichere Grundlage und Basis für sein kompositorisches Experimentieren mit neuen Formen und einer persönlichen Musiksprache. Seine zwei Reisen nach London, für die er seine berühmten 12 "Londoner Symphonien" schrieb, wurden zu wahren Triumphzügen. Von den Zeitgenossen hoch geschätzt und verehrt, starb Haydn 1809 in Wien.


Montag, 30_12_2019 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Dienstag, 31_12_2019 17 Uhr | Philharmonie im Gasteig

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125


MANFRED HONECK, Dirigent
CHRISTIANE KARG, Sopran
MARIE HENRIETTE REINHOLD, Mezzosopran
WERNER GÜRA, Tenor
TAREQ NAZMI, Bass
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN, Einstudierung: Andreas Herrmann

Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 - Mit ihrer humanitären Botschaft "alle Menschen werden Brüder" aus Schillers "Ode an die Freude" ist Beethovens zwischen 1822 und 1824 entstandene 9. Symphonie ein Werk, das besonders häufig bei repräsentativen und öffentlichen Anlässen wie Staatsfeierlichkeiten oder auch zur Feier des Jahreswechsels aufgeführt wird. Doch hinter der populären Eingängigkeit, die das simple, diatonische Freudenmotiv des letzten Satzes vermittelt, steht ein äußerst komplexes Kunstwerk, um dessen Gestalt Beethoven lange gerungen hat. So entstand die 9. Symphonie nicht aus einem Guss, sondern setzte sich aus mehreren Projekten zusammen: bereits 1812 existierten Pläne zu einer d-Moll-Symphonie sowie einer Vertonung von Schillers Ode, ab 1815 erwog Beethoven eine h-Moll-Symphonie und ab 1817/18 sind erste Überlegungen zum Einbezug eines Chores in eine Symphonie belegbar. Dieser Einbezug des vokalen Elements wirkte sich auf die Gesamtkonzeption der Symphonie aus: Das Problem der Anbindung des vokalen Schlusssatzes löste Beethoven schließlich durch mannigfaltige motivische Rückbezüge auf die vorangegangenen Sätze und ein Rezitativ, das die Bedeutung von Schillers Ode explizit vergegenwärtigt. Das Neue an dieser Symphonie, die das kompositorische Schaffen von Wagner, Bruckner und Mahler wesentlich beeinflusste, ist weniger ihre Vergrößerung der symphonischen Dimensionen, als ihre Idee der "Vielfalt in der Einheit", die sich im alles Vorherige synthetisierenden Finale manifestiert. Damit werden Schillers am Ende erklingenden Worte "Seid umschlungen Millionen" zum Symbol der kompositionstechnischen wie philosophischen Grundidee des Werkes.


Freitag, 31_01_2020 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Samstag, 01_02_2020 19 Uhr | Philharmonie im Gasteig

ALBAN BERG
"Sieben frühe Lieder"

Pause

MAURICE RAVEL
"Daphnis et Chloé" (Ballettfassung von 1912)


VALERY GERGIEV, Dirigent
ANJA HARTEROS, Sopran
MARIINSKY BALLETT
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN, Einstudierung: Andreas Herrmann

Maurice Ravel wurde am 07. März 1875 in Ciboure, Basses-Pyrénées, geboren. 1897 trat Ravel in die Kompositionsklasse von Gabriel Fauré ein, daneben studierte er Kontrapunkt, Fuge und Orchestration bei André Gedalge.

Gemessen an der Zahl der fertiggestellten Arbeiten waren die Jahre von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg seine produktivste Zeit. Hatte er bis dahin fast ausschließlich Klavierstücke und Lieder geschaffen, erschloss er sich mit der Orchesterouvertüre Shéhérazade, dem F-Dur-Streichquartett, der Oper L’Heure espagnole, der Rhapsodie espagnole (die Manuel de Fallas Aufmerksamkeit erregte) und der im Auftrag Djagilews komponierten Ballettmusik Daphnis et Chloé jetzt auch größere musikalische Formen. 1913 lernte Ravel Strawinsky kennen, mit dem er bei einer Bearbeitung von Mussorgskis unvollendeter Oper Chowanschtschina zusammenarbeitete. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Ravel von der allgemeinen patriotischen Begeisterung ergriffen und dem Sanitätsdienst als Kraftfahrer zugeteilt.

Am 17. Dezember 1937 begab Ravel sich in die Klinik des berühmten Neurochirurgen Clovis Vincent, um durch eine Schädeloperation dem Verdacht auf einen Gehirntumor nachzugehen. Von diese Operation sollte er sich nicht mehr erholen. Er starb am 28. Dezember 1937 und wurde auf dem Friedhof von Levallois-Perret im Westen von Paris begraben.

Ravel gehört zu den Komponisten des 20. Jahrhunderts, die weniger als Zerstörer, denn als Erneuerer traditioneller Formen und Techniken wirkten. Sein großes Vorbild war Mozart, aber ebenso bewunderte er auch Schubert, Mendelssohn, Rimski-Korsakow, Strawinsky, Schönberg und die französischen Komponisten von Bizet und Gounod bis hin zu Debussy und Satie. Ravel nutzte die Musik der verschiedenen Epochen und Länder als Inspirationsquelle für seine eigene zwischen Klangsinnlichkeit und Kalkulation, Tonalität und Atonalität, raffinierter Harmonik und einprägsamer Rhythmik changierende Tonsprache. Dabei suchte er nicht nach einer subjektiven, emotional geprägten Aussage. Seine Musik sollte vielmehr gemäß der Forderung "l´art pour l´art" sich selbst genügen. Davon zeugen seine Orchesterwerke wie der "Bolero", "La valse" oder "Daphnis et Chloé" ebenso wie seine zahlreichen Kompositionen für Klavier. "Ravels Kunst strebte weder nach Leidenschaft noch nach Wahrheit, sondern wohl eher nach der ´Betrachtung des Schönen´, und zwar durch die Befriedigung des Geistes mittels der Freude des Hörens" (Arbie Orenstein).


Freitag, 14_02_2020 10 Uhr | Philharmonie im Gasteig | Öffentliche Generalprobe
Freitag, 14_02_2020 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Samstag, 15_02_2020 19 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Sonntag, 16_02_2020 11 Uhr | Philharmonie im Gasteig

GUSTAV HOLST
"The Planets" op. 32

Pause

JOHN WILLIAMS
"Star Wars" Suite

KRZYSZTOF URBAŃSKI, Dirigent
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN, Einstudierung: Andreas Herrmann

The Planets op. 32

Mit einem riesigen Orchesterapparat hat Gustav Holst es unternommen, die vermeintlichen Eigenschaften der Planeten unseres Sonnensystems in Musik zu übersetzen. Natürlich sind es letztlich menschliche Eigenschaften und Erfahrungen, die in mythologischen oder astrologischen Projektionen auf die allegorisierten Planeten übertragen wurden. Mars etwa, der schon in der griechischen Mythologie als Gott des Krieges galt, wird von Holst mittels unerbittlicher Rhythmik und klanglicher Brutalität zum "Kriegsbringer" stilisiert. Es folgt mit Venus das Gegenbild der "Bringerin des Friedens" in der musikalischen Beschwörung der Idylle. Merkur, der Götterbote, kommt im rastlosen leggiero in atemberaubender Geschwindigkeit und flimmernder Lichtheit daher. Jupiter dann ist ganz nach Art "Gottvaters" ein Ausbund an jovialer Heiterkeit und lässt sich volkstümlich mit fröhlichem Tanz und lautem Jubel feiern. Saturn, der "Bringer des Alters" schreitet gemessen zum Klang dröhnender Glocken heran, während Uranus, der "Magier" sich von seiner exzentrischen Seite zeigt. Bei Neptun, dem "Mystiker" schließlich verlieren sich Raum und Zeit langsam pulsierend im Unendlichen. Zwangsläufig fehlt in Holsts Suite der Planet Pluto, der zur Zeit der Entstehung des Werkes noch seiner Entdeckung durch die Astronomen harrte. Mit seiner zwischen 1914 und 1917 entstandenen programmatischen Suite ist Gustav Holst eine gültige und musikalisch faszinierende Darstellung existentieller menschlicher Erfahrungen gelungen.


Samstag, 14_03_2020 21 Uhr | Teatro Manzoni, Pistoia, Italien |
Sonntag, 15_03_2020 17.30 Uhr | Teatro Morlacchi, Perugia, Italien |

Nicola Campogrande: Piccola Messa Italiana (2013)
for solos, choir and orchestra

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem (A German Requiem)
op. 45 for solos, choir and orchestra

ORCHESTRA LEONORE
Sumi Hwang, soprano
Manuel Walser, baritone
Daniele Giorgi, conductor

PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN
Andreas Herrmann, choir master


Montag, 20_04_2020 19 Uhr | Philharmonie im Gasteig | Öffentliche Generalprobe
Dienstag, 21_04_2020 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Mittwoch, 22_04_2020 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
"The Messiah" HWV 56


ANDREW MANZE, Dirigent
RUBY HUGHES, Sopran
DIANA MOORE, Mezzosopran
ROBIN TRITSCHLER, Tenor
ANDREW FOSTER-WILLIAMS, Bassbariton
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN, Einstudierung: Andreas Herrmann

Der Philharmonische Chor feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Beim ersten öffentliche Konzert, das der Chor im Jahre 1895 gab, stand Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias" auf dem Programm. Wir freuen uns sehr, dass Andrew Manze die Aufgabe übernommen hat, in unserem Jubiläumskonzert den Chor und die Münchner Philharmoniker zu leiten und das Oratorium erneut aufs Programm zu setzen - diesmal in englischer Original-Sprache und historisch informierter als damals.


Donnerstag, 18_06_2020 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig
Freitag, 19_06_2020 20 Uhr | Philharmonie im Gasteig

JÖRG WIDMANN
"Arche" Oratorium für Soli, Chor, Orgel und Orchester


KENT NAGANO, Dirigent
MARLIS PETERSEN, Sopran
THOMAS E. BAUER, Bariton

TÖLZER KNABENCHOR, Einstudierung: Christian Fliegner und Clemens Haudum
AUDI JUGENDCHORAKADEMIE, Einstudierung: Martin Steidler
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN, Einstudierung: Andreas Herrmann

Der gebürtige Münchner Jörg Widmann studierte Klarinette an der Musikhochschule seiner Heimatstadt bei Gerd Starke und später bei Charles Neidich an der New Yorker Juilliard School. Ab dem Alter von elf Jahren nahm er Kompositionsunterricht u. a. bei Wilfried Hiller, Hans Werner Henze, Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm. Als Klarinettist gilt seine Passion vor allem der Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Christine Schäfer und Gidon Kremer. Auch als Solist in Orchesterkonzerten feiert er im In- und Ausland Erfolge. Mehrere neue Klarinettenkonzerte wurden ihm gewidmet, darunter Werke von Wolfgang Rihm, Aribert Reimann und Heinz Holliger. Jörg Widmann war Composer- und Artist-in-Residence bei verschiedenen Festivals und Institutionen wie den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival, der Kölner Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus sowie beim Cleveland Orchestra. Seit 2001 ist er Professor für Klarinette an der Freiburger Hochschule für Musik, 2009 erhielt er dort eine zusätzliche Professur für Komposition.