21./22.03.2017 | Philharmonie/Gasteig

Dmitrij Schostakowitsch: Symphonie Nr. 13 (Babi Jar)

Ludwig van Beethoven: Chorfantasie

Philharmonischer Chor München
(Einstudierung: Andreas Herrmann)

Münchner Philharmoniker

Dir.: Michael Sanderling

 

 

AZ (Kultur) vom 24. April 2017

Pechschwarz, verständlich, hammerhart

Michael Sanderling dirigiert die Münchner Philharmoniker und Chor, Matthias Goerne singt Schostakowitsch

von Michael Bastian Weiß

 

Ein kleiner Tipp für ein hübsches Gesellschaftsspiel mit Gleichgesinnten: Man überlege sich einmal, wie viele von den berühmten Sängern man wirklich auf Anhieb und zweifelsfrei an der Stimme erkennen würde.

 

Matthias Goerne gehört zu dieser seltenen Spezies. Der Bassbariton des 50-jährigen ist pechschwarz und so außerordentlich stark gefärbt, das manche das Timbre im Ansatz als knödelig wahrnehmen. Weil die Höhe aber gleichzeitig leicht anspricht und zart umwölkte Linien aufspannen kann, ist Goerne ein mehr als charismatischer Solist für Dmitrij Schostakowitschs Symphonie Nr. 13 b-moll "Babij Jar", insbesondere deren erschütternden Kopfsatz.

 

Nicht nur der anklägerische Tondes einleitenden vokalsymphonischen Denkmals jedoch liegt Goerne, er veredelt auch die folgenden Lieder durch sein rein klangästhetisch reizvolles Organ.

 

Kleinere Probleme ergeben sich, wenn die wolldicke Linienführung kleinere Tonschritte schwer zu unterscheiden macht. Letztlich jedoch ist für dieses Stück die Klangmacht Goernes entscheidend. Denn der Solist tritt gleichsam aus dem Männerchor hervor und kehrt immer wieder in das Kollektiv zurück. Er muss diesem also etwas entgegensetzen können, zumal die Bässe des Philharmonischen Chors mit Verstärkung auf monumentale 70 Mann angewachsen sind und der Direktor Andreas Herrmann es versteht, diese mit phänomenaler Textdeutlichkeit mal aggressiv wild, mal geisterhaft raunend auftreten zu lassen: mitreißend theatralisch wie eine Bühnenfigur.

 

Den großen Apparat leitet Michael Sanderling mit unaufdringlichen Bewegungen. Mit den Münchner Philharmonikern konzentriert er sich auf Atmosphäre und Emotionalität des Werkes, zu dem Ludwig van Beethovens Chorfantasie c-moll dramaturgisch pasend einen optimistischen Gegensatz liefert. Stimmlich wird die gleiche Höhe erreicht, instrumental nicht ganz.

 

Herbert Schuch verkünstelt sich in der Klaviereinleitung mit ausgesuchten hammerklavierartigen Effekten, Sanderling und die Münchner Philharmoniker sind mehr mit der Vermeidung von Unwägbarkeiten beschäftigt, als dass sie an einem genuinen Beethoven-Klang arbeiten könnten.

 

Hat die Probenzeit für den älteren Klassiker nicht mehr so recht ausgereicht?

 

 

 

MM vom 24. April 2017

Musikalischer Sprengstoff

Münchner Philharmoniker mit „Babij Jar“ von Schostakowitsch

von Maximilian Maier

 

In seiner 13. Symphonie vertonte Dmitri Schostakowitsch unter anderem das Gedicht „Babij Jar“ des erst Anfang dieses Monats verstorbenen Jewgenij Jewtuschenko. Es behandelt das grauenvolle Massaker der Nazis an Zehntausenden Kiewer Juden. Die Vertonung sorgte seinerzeit für politischen Sprengstoff. Nach der Uraufführung 1962 mussten einige Textpassagen geändert werden, die Musik aber nicht, was Schostakowitsch enttäuschte: Das Wort wurde als gefährlicher, weil allgemein verständlicher erachtet als die Musik.

 

Die Interpretation der Münchner Philharmoniker mit Dirigent Michael Sanderlings zeigt, dass dem nicht so ist. Sanderling arbeitet das Grauenvolle, Brutale der Musik verstörend heraus, aber immer kontrolliert und dosiert. Großartig gelingt die Atmosphäre im „Laden“, dem dritten Satz. Das Ruhige, Rituelle, Sichere und zugleich Trostlose, Ausweglose der klappernden Kübel und klingenden Kannen im stickigen Geschäft wird erlebbar. Der Übergang zum vierten Satz („Ängste“) gelingt mit seltener Intensität, angeführt von der fabelhaften Bassgruppe und gekrönt vom unheilschwangeren Tuba-Solo.

 

Im Schlusssatz („Karriere“) treffen die Philis dann genau die richtige Mischung aus beißender Ironie und verlogener Heile-Welt-Stimmung. Die lange Stille nach dem kammermusikalischen Schluss spricht für sich. Leider fällt Solist Matthias Goerne hinter der gestalterischen Kraft des Orchesters zurück. Sein flackernder, kernloser Bariton klingt verhangen und eindimensional. Lediglich im oberen Register schafft er durch gekonnte Kopf-Brustregistermixtur andere Farben. Die Männer des Philharmonischen Chores geben ein profilierteres Bild ab: präzise, stimmschön, ausdrucksvoll.

 

Beethovens Chorfantasie bildet mit ihrem heiteren Gestus einen versöhnlichen, aber auch zu gefälligen Gegenpart zu „Babij Jar“. Herbert Schuch zaubert die Klaviereinleitung stringent und energiereich. Und der Philharmonische Chor, diesmal mit Damen und verblüffend starken Solisten, zeigt, dass mehr in dem Werk steckt als eine „Neunte für Arme“.

 

 

 

SZ vom 24. April 2017
Kurzkritik

Klug kombiniert

Münchner Philharmoniker und Philharmonischer Chor mit Beethoven und Schostakowitsch

Von Michael Stallknecht

 

Über ihren Chefdirigenten Valery Gergiev sind die Münchner Philharmoniker inzwischen eng mit Dmitri Schostakowitschs Klangsprache vertraut. Wie sehr, das konnte man nun auch bei Schostakowitschs Dreizehnter Symphonie unter dem Dirigat Michael Sanderlings im Gasteig hören. In der Vokalsymphonie hatte Schostakowitsch im Jahr 1962 Texte des erst vor drei Wochen verstorbenen Lyrikers Jewgenij Jewtuschenko vertont - darunter auch das bis heute prominenteste Gedicht Jewtuschenkos: "Babij Jar", das erstmals den Antisemitismus in der Sowjetunion anklagte. Mit Jewtuschenkos Worten spürte Schostakowitsch der Atmosphäre nach dem Tod Stalins nach, in der der neuen Freiheit des Sprechens nur eingeschränkt zu trauen war.

 

Michael Sanderling setzte mit dem russisch singenden Männerchor des Philharmonischen Chors im Gasteig nicht auf großes Pathos, auch nicht auf die grelle Groteske, sondern führte die Symphonie mit bewundernswertem, großformalem Überblick und handwerklicher Souveränität in ihr Zentrum: die Klage um unwiederbringlich verrinnende Lebenszeit in der Diktatur. In Matthias Goerne hatte er dafür den richtigen Solisten, der in der fast einstündigen Solopartie nie forcierte, sondern ebenfalls nach den weichen Farben der Verinnerlichung strebte.

 

Es war durchaus eine Frage, ob dagegen Beethovens Coriolan-Ouvertüre und Chorfantasie in der zweiten Hälfte überhaupt noch ankommen könnten. Herbert Schuch spielte den Klavierpart in der Chorfantasie anfangs leicht unsicher, später dann mit umso schöner leuchtendem Legato in der melodischen Führung. Doch die Kombination erwies sich als schlüssig, weil sich Sanderling mit dem Philharmonischen Chor für die Neufassung des Texts von Johannes R. Becher aus dem Jahr 1951 entschieden hatte. Der spätere Kulturminister der DDR beschwor dort eine Menschheitsutopie, die sich zur selben Zeit unter Stalin längst ins Gegenteil verkehrt hatte. Ein kluges Programm also, ebenso klug musiziert.

 

 

Bachtrack vom 23.4.2017

Einblick in die russische Seele:

Michael Sanderling bei den Münchner Philharmonikern

von David Renke

 

Die Entstehungsgeschichten der meisten Schostakowitsch-Symphonien lesen sich wie wahre Polit-Krimis. Bei seiner Symphonie Nr.13 trieb es die Sowjetführung zwar bis zum Äußersten, konnte die Aufführung allerdings nicht verhindern. Obwohl die Symphonie nach ihrem ersten Satz „Babi Jar “ benannt wurde und ein eindeutiges Statement gegen den Antisemitismus in der ehemaligen Sowjetunion war, bietet die gesamte Symphonie einen Einblick in das Leben und die Stimmung der Russen. 

 

Trotz ihres sehr düsteren Beginns, dem Mahnmal an das Massaker der Wehrmacht in Babij Jar, gelang Dirigent Michael Sanderling eine Interpretation, die der Vielfältigkeit der Komposition gerecht wurde. In seiner Symphonie setzt Schostakowitsch verschiedene Gedichte von Jewgeni Jewtuschenko in Klangbilder um und dank Sanderling kamen trotz der überwiegend düsteren Stimmung die Farben sehr differenziert zur Geltung. Und so klangen die Münchner Philharmoniker mal erdig oder ruppig im grotesken zweiten Satz oder elegant kammermusikalisch im letzten. Den dritten Satz „Im Laden“ entwickelte Sanderling sehr ruhig und überlegt. Hier wirkte die Interpretation der Philharmoniker besonders intensiv und plastisch.

 

Der Männerchor des Philharmonischen Chores München begleitete die Philharmoniker dabei mit einem sehr runden und kompakten Klang, dem in der Tiefe zwar etwas die Schärfe fehlte, jedoch fesselten die Sänger mit beeindruckenden dynamischen Variationen und einer ausdrucksstarken Ausdeutung des Textes. 

 

Matthias Goerne, der das Basssolo übernahm, gestaltete seinen Part mit einer gewissen lyrischen Eleganz, die sich sehr gut in die farbenreiche Interpretation der Philharmoniker einfügte. Goernes Bariton wirkte samtig, allerdings mit einem markigen Kern, der besonders in den expressiven Passagen gut trug.

Den zweiten Teil des Programms markierten BeethovenCoriolan-Ouvertüresowie die 1808 entstandene Fantasie für Klavier, Chor, und Orchester.

 

Allerdings wirkte besonders die Ouvertüre nach der emotional aufwühlenden 13. SymphonieSchostakowitschs leider mehr wie ein Lückenfüller. Hatten die Philharmoniker in der Symphonie noch sehr transparent und detailliert musiziert, wirkte die Coriolan-Ouvertüre nicht wirklich spritzig oder innovativ. Sanderling setzte allerdings die Dramaturgie der Ouvertüre mit viel Dramatik um und ließ diese nahtlos in die Anfangsakkorde der Chorfantasie übergehen. 

 

Herbert Schuch übernahm hierbei den Solopart des Klaviers und begann die Chorfantasie mit viel expressivem Effet aber auch einigen kleinen Unkonzentriertheiten bei den Akkordgriffen, die er schnell unter Kontrolle brachte. Seine Interpretation war sicherlich eigenwillig, aber äußerst spannend, denn sie sprühte vor Witz und Spielfreude. Schuch nahm seine Triller bis ins feinste, fast kaum hörbare Piano zurück, um sie schließlich wieder zu vollem Klang anschwellen zu lassen und in perlige Läufe zu verwandeln. Im Zusammenspiel mit den Philharmonikern entwickelte sich schnell die Spritzigkeit, die man in der Ouvertüre noch etwas vermisst hatte.

 

Der Philharmonische Chor, der nun in voller Besetzung und kleiner Solistengruppe agierte, überzeugte auch in der Chorfantasie mit genauer Phrasierung und einer ordentlichen Portion feierlicher Emotion.

Michael Sanderling bewies sich in seinem Gastspiel bei den Münchner Philharmonikern besonders im Schostakowitsch als akribischer Klangmaler, der sehr genau um die Effekte der Symphonie wusste, sodass diese einige Zeit nachwirkte. Leider ließ genau dies die Beethoven-Werke in der zweiten Hälfte etwas oberflächlich wirken – eine Tatsache, die wirklich bedauernswert ist, da dies sicherlich nicht an der engagierten Interpretation der Musiker lag.


15./17.03.2017 | Philharmonie/Gasteig

George Benjamin: Dream Of The Song

(komponiert 2015 - Münchner Erstaufführung)

Frauenchor des Philharmonischen Chores München
(Einstudierung: Andreas Herrmann)

Münchner Philharmoniker

Dir.: Kent Nagano

 

 

SZ vom 17. März 2017
Kurzkritik

Komplexes Programm

Kent Nagano und die Münchner Philharmoniker

von Klaus Kalchschmid


Es fühlte sich fast an wie ein Sonderkonzert zur Münchner Biennale für neues Musiktheater. Denn wann spielen die Philharmoniker schon ausschließlich Musik des 20. und 21. Jahrhunderts in einem Konzert? Kent Nagano machte es möglich und erwies sich mit einem beziehungsreichen, amerikanisch-britischen Programm fast als Visionär: Beginnend mit Charles Ives' "Unanswered Question" samt sphärisch entrückter Ferntrompete und endend mit der großartigen zweiten Symphonie von Leonard Bernstein aus den Jahren 1948/49. Sie ist eigentlich ein verkapptes Klavierkonzert und trägt den Titel "The Age of Anxiety - Das Zeitalter der Angst".

 

Dazwischen gab es als Münchner Erstaufführung den Liederzyklus "Dream Of The Song" für Countertenor, Frauenchor und kleines Orchester nach Texten von Solomon Ibn Gabirol, Samuel Hanagid und Federico Garcia Lorca. Leider war Andrew Watts erkrankt, und seinen Einspringer Christopher Robson konnte man teilweise kaum hören. Das tat der Faszination dieser klanglich so abwechslungsreichen, melodisch dichten und doch durchsichtigen Musik keinen Abbruch, zumal immer wieder die Frauen des Philharmonischen Chors als prägnanter Hintergrund sangen.

(...)

 

 

 

MM (Kultur) vom 17. März 2017

Wider das Gepolter

Kent Nagano bei den Münchner Philharmonikern

von Anna Schürmer

 

(...) Besonders sensibel aber arbeitet Nagano mit den Philharmonikern die leisen, schmerzlichen Passagen heraus, als wolle er ein klingendes Zeichen gegen das Gepolter unserer Zeit setzen. Auch in Großbritannien finden sich Stimmen, die ein Gegengewicht zum Populismus formulieren: In George Benjamins "Dream of the Song" (2015) ist das der ätherische Countertenor-Klang von Christopher Robson und der Philharmonische Frauenchor, die von einem kleinen Orchester begleitet in eine irritierende Kommunikation über den Geist arabischer Poesie treten. Ein eindrückliches Programm, das zum Nachdenken anregt.

 

 

 

Bachtrack vom 16.3.2017

Fragen im Zeitalter der Angst: Kent Nagano zu Gast bei den Münchner Philharmonikern
von David Renke

 

(...) Erst im Zusammenspiel mit dem Frauenchor, der zunächst als Gegenpart zum Countertenor agierte und schließlich mehr und mehr Klangfarben entwickelte, offenbarte sich die Differenziertheit in Benjamins Werk. (...)

Es war ein bemerkenswert spannendes Programm, das Kent Nagano sich für sein Gastspiel bei den Philharmonikern ausgesucht hatte, und die Spielfreude, die er dem Orchester entlockte, bewies, dass die Philharmoniker auch abseits ihres Wohlfühlrepertoires aus Romantischem aller Art exzellente Leitung bieten.


09.02.2017 | Herkulessaal der Münchner Residenz

Dona nobis pacem - Große Chormusik für den Frieden

Heinrich Schütz: Verleih uns Frieden

Rudolf Mauersberger: Wie liegt die Stadt so wüst

Igor Strawinsky: Mass

Anton Bruckner: Messe Nr.2 e-moll

Philharmonischer Chor München

Bläser der Münchner Philharmoniker

Dir.: Andreas Herrmann

 

AZ vom 11. Februar 2017

Erstaunlich locker und zugleich wunderbar präsent

Der Philharmonische Chor mit Musik von Schütz, Bruckner und Strawinsky im Herkulessaal

 

(...) Weil die Transparenz des Herkulessaals nicht durch übermäßigen Nachhall beeinträchtigt ist und die Bläser der Münchner Philharmoniker feinfühlig sekundieren, liegen die Qualitäten des etwa 110 Köpfe starken Chores vollkommen frei: die vollendete Reinheit der Intonation, die durch ruhige Gespanntheit gestützt wird, die genau ausgehörte Balance der einzelnen Register, innerhalb derer die Lockerheit frappiert, mit der die hohen Stimmen agieren, aber auch die Präsenz der tiefen; schließlich die streng auf Deutlichkeit verpflichtete, rhythmisch aufgeladene, dabei immer hochmusikalische Deklamation des Textes, übrigens ein Markenzeichen Andreas Herrmanns. Schlicht begeisternd ist, wie straff der musikalische Fluss organisiert wird. Wenn die Musik sich im "Kyrie" in einem Aufschrei verdichtet, dann ist dieser mit klarem Formbewusstsein hergeleitet und nachvollziehbar.

(...)

In diesem Auftreten des Münchner Philharmonischen Chores erscheint eine heute allzu selten gewordene Kunst fantasievollen wie komplexen Musizierens.

Link ..


29./31.12.2016 | Philharmonie/Gasteig

Ludwig van Beethoven: IX. Symphonie (Ode an die Freude)

Philharmonischer Chor München (Einstudierung: Andreas Herrmann)

Münchner Philharmoniker

Dir.: Constantin Trinks

 

SZ vom 31. Dezember 2016
Kurzkritik
Friedensutopie

Die Philharmoniker spielen Beethovens Neunte

 

(...) Fein durchhörbar, tänzerisch und luftig zieht das Scherzo vorüber, mit knackigen Akzenten, in heller Vorfreude auf den weltumspannenden Finalsatz.

Die Legatobögen des dritten Satzes lässt Trinks ruhig und innig fließen, ein Vorausblick auf das erste Auftreten des Themas der Ode: Celli und Bässe flüstern es in die Philharmonie hinein wie eine Offenbarung. Dann bricht der Gesang aus der Instrumentalmusik heraus, der Philharmonische Chor München meißelt die Worte hingebungsvoll heraus - und das Solisten-Quartett (Alexandra Lubchansky, Lioba Braun, Pavol Breslik, Daniel Schmutzhard) legt am Ende die ganze schmerzliche Utopie einer friedlicheren Welt in seinen Gesang.

 

AZ vom 31. Dezember 2016

(...) Das Freudenfinale steigerte sich effektvoll. Die Sopranistinnen des in München immer etwas unterschätzten Philharmonischen Chores meisterten die extremen Lagen ohne jeden schrillen Ton. Der Bariton Daniel Schmutzhard verlangte die "anderen Töne" müheloser, energischer und kerniger als fast alle seine Kollegen.

Überzeugender wurde diese kurze aber wichtige Stelle lange nicht gesungen. Mit Alexandra Lubchansky (Sopran), Lioba Braun (Mezzo) und Pavol Breslik (Tenor) bildtree er ein ungewöhnlich gutes Quartett. Nur bei der finalen, arg verzögerten Kadenz gönnten sich die Vier etwas zu viel Spotaneität. Eine runde, grundsolide Aufführung. Das will bei dem Stück was heißen, das nicht wirklich von selbst läuft. Da können wir dem Neuen Jahr doch ganz gelassen entgegensehen und hoffen, dass alle Konzerte so souverän klappen.


14./15./17.9.2016 | Philharmonie/Gasteig

Saisoneröffnung der Münchner Philharmoniker 2016/2017

Richard Strauss: Don Juan

Hector Berlioz: Les Troyens (V. Akt)

Richard Strauss: Ein Heldenleben
Philharmonischer Chor München (Einstudierung: Andreas Herrmann)
Münchner Philharmoniker
Dir.: Valery Gergiev

 

 

AZ vom 16.9.2016
Münchner Philharmoniker
Saisonbeginn mit Valery Gergiev

Die Philharmoniker beginnen unter Gergiev ihre Konzertsaison: Tondichtungen von Strauss und ein Opern-Akt von Berlioz

(...) Yulia Matochkinas phantasievoll und affektsicher gestaltete Didon würde, genau so wie der Münchner Philharmonische Chor (Einstudierung: Andreas Herrmann), Lust auf mehr machen.