Der Philharmonische Chor München ist einer der führenden großen Konzertchöre Deutschlands und Partnerchor der Münchner Philharmoniker. Sein Repertoire erstreckt sich über die gesamte Chormusik, von der frühen Mehrstimmigkeit bis zur Musik der Gegenwart. Es umfasst zahlreiche bekannte und weniger bekannte Werke: Anspruchsvolle A-Cappella-Literatur aller Epochen und konzertante Opern von Mozart über Verdi, Puccini, Wagner und Strauss bis Schönbergs »Moses und Aron« und Henzes »Bassariden«. Der Philharmonische Chor pflegt diese Literatur genauso wie die vielen großartigen oratorischen und chorsymphonischen Chorwerke der bedeutenden Meister Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Brahms, Bruckner, Reger, Schönberg, Strawinsky und Penderecki. Er musizierte unter der Leitung so bedeutender Komponisten und Dirigenten wie Gustav Mahler, Hans Pfitzner, Krzysztof Penderecki, Rudolf Kempe, Herbert von Karajan, Sergiu Celibidache, Simone Young, Zubin Mehta, Lorin Maazel, Mariss Jansons, James Levine und dem amtierenden Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker, Christian Thielemann.
Um in dieser Bandbreite dem Publikum hervorragende Stilsicherheit präsentieren zu können, tritt der Philharmonische Chor München außer in der gängigen Konzertchorformation von etwa hundert Sängerinnen und Sängern in der Münchner Philharmonie am Gasteig auch in kleineren oder im Bedarfsfalle größeren Besetzungen auf. Die zusätzliche Arbeit in wechselnden Kammerchor- und Vokalensemblebesetzungen versetzt ihn in die Lage, sowohl barocke Literatur als auch Neue Musik in geeigneter Formation auf höchstem Niveau darzubieten. So waren in zahlreichen Programmen des Philharmonischen Chores München und seiner Ensembles immer wieder Ur- und Erstaufführungen zu hören. Im Bereich Alte Musik folgte auf die erfolgreiche Aufführung der Johannespassion von Johann Sebastian Bach unter Frans Brüggen eine Einladung zu den Dresdner Musikfestspielen: Vergangene Saison wurde in der Dresdner Frauenkirche Bachs h-moll-Messe unter Hartmut Haenchen aufgeführt. 2010 gibt es verschieden Haydn-Projekte unter der Leitung von Christopher Hogwood und Thomas Hengelbrock. Neue Musik gewinnt ebenfalls an Stellenwert: Der Chor wirkte zusammen mit den Münchner Philharmonikern an der Uraufführung der II. Symphonie von Peter Michael Hamel im Rahmen der »XI. münchener biennale 2008« mit. Regelmäßige Zusammenarbeit mit lebenden Komponisten ist ihm ein großes Anliegen. So sang der Chor Anfang der vergangenen Saison ein großes A-Cappella-Programm und Krzysztof Pendereckis gewaltige Chorsymphonie Nr.7 "Seven Gates of Jerusalem" anlässlich des 75. Geburtstags des Komponisten unter dessen Leitung vor begeistertem Publikum in der ausverkauften Münchner Philharmonie.
Mittlerweile ist der Philharmonische Chor München auch ein gefragter Interpret von Opernchören: Eine Tradition, von James Levine mit denkwürdigen konzertanten Aufführungen von Mozarts »Idomeneo«, Verdis »Otello«, Wagners »Parsifal«, Schönbergs »Moses und Aaron« begonnen, wurde fortgesetzt - unter anderem in Zusammenarbeit mit dem BR-Rundfunkorchester mit fünf Vorstellungen von Verdis »Aida« in der Münchner Olympiahalle und in der Mannheimer SAP-Arena. Doch nicht nur auf der »Event-Schiene« auch im Konzertsaal gab es zuletzt weitere Opernchöre: 2007 stand mit den Münchner Philharmonikern ein großer Verdi-Opernchorabend auf dem Programm, sowie unter Christian Thielemann Auszüge aus Richard Wagners »Meistersinger«. Im Frühjahr 2009 fand die konzertante Wieder-Aufführung der Oper "Merlin" von Carl Goldmark (1830-1915) zusammen mit der Philharmonie Festiva unter Gerd Schaller im Regentenbau Bad Kissingen statt. Vom Bayerischen Rundfunk wurde dieses Projekt für Sendung und CD produziert, letztere erschien Ende 2009. Anfang 2010 wird der Philharmonische Chor unter GMD Christian Thielemann in der "Elektra" von Richard Strauss zu hören sein.
Der Männerchor des Philharmonischen Chores gewinnt eigenes Profil: Mehrfach wurden große Männerchöre aus Opern und Oratorien wie z. B. aus Berlioz’ »La Damnation de Faust« oder Strawinskys »Oedipus Rex« dem Münchner Publikum vorgestellt. Im chorsinfonischen Bereich erschließt sich durch diese Besetzungsmöglichkeiten auch Terrain, das sonst nicht so oft begangen wird, wie die XIII. Symphonie von Schostakowitsch »Babi Jar« und die große symphonische Dichtung »Kullervo« von Jean Sibelius, letztere war zu hören im Juni 2007 unter Jukka-Pekka Saraste. Im Mai 2009 waren die Herren des Chores and der Aufführung von George Crumb's gigantischer zeitgenössischer Parabel "Star Child" unter vier Dirigenten gleichzeitig in der Münchner Philharmonie beteiligt.
Für den Frauenchor standen kürzlich die »Trois petites liturgies« für 36 Sopranstimmen von Olivier Messiaen unter der Leitung von Marc Albrecht auf dem Programm und ernteten in der Presse allerhöchstes Lob. So schrieb die Süddeutsche Zeitung: »Den hingehauchten Pianissimi in der ersten Liturgie blieb der vorzügliche Frauenchor des Philharmonischen Chores (Einstudierung: Andreas Herrmann) ebenso wenig etwas schuldig wie der pointierten Deklamation in der dritten.« In der Abendzeitung war zu lesen: »(…) sang der Philharmonische Frauenchor perfekt die ›Trois petites liturgies‹ von Olivier Messiaen.« Marc Albrecht kam wieder und war mit dem Philharmonischen Frauenchor Anfang Januar 2008 mit den Nocturnes von Claude Debussy zu hören. 2010 musizieren die Damen gemeinsam mit den Münchner Philharmonikern unter Dennis Russell Davies in der Gasteig-Philharmonie Felix Mendelssohn Bartholdys Sommernachtstraum.
Die Chorarbeit lag in der mittlerweile über 110-jährigen Geschichte des Ensembles immer in der Hand ausgewiesener Experten in Sachen Chormusik, wie Rudolf Lamy, Dr. Hans-Rudolf Zöbeley, Josef Schmidhuber, Prof. Joshard Daus, Prof. Michael Gläser und dem Dresdner Kreuzkantor Prof. Roderich Kreile. Seit 1996 hat Andreas Herrmann, Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Theater München, als Chordirektor der Münchner Philharmoniker die künstlerische Leitung inne.
Der Chor definiert sich über die Zusammenarbeit mit dem Orchester der Münchner Philharmoniker. A Cappella Konzerte, Konzertreisen und Musikproduktionen runden das Angebot ab: Seit Jahren wächst der Publikumszuspruch bei den Konzerten der Reihe »Große Chormusik«. Bislang in großen Münchner Kirchen geht der Chor für das nächste Konzert dieser Reihe im November 2009 zur Aufführung von Bruckners f-moll-Messe für ein Sonderkonzert in den Herkulessaal der Münchner Residenz. Auch die Umrahmung der Kammerkonzerte der Akademisten der Münchner Philharmoniker mit anspruchsvollen A-Cappella-Werken verschiedenster Stilrichtungen in der Allerheiligenhofkirche der Münchner Residenz ist zur festen Einrichtung geworden, das letzte Mal im November 2009 mit mit geistlicher Musik von Johannes Brahms und Max Reger, im April 2010 wieder mit weltlicher romantischer A-Cappella-Musik. Darüber hinaus, erhält der Philharmonische Chor München immer mehr Einladungen von externen Veranstaltern. Er ist gern gesehener Gast bei zahlreichen Konzertereignissen und Festivals in Deutschland, im europäischen und außereuropäischen Ausland: So unternahm der Chor eine Tournee mit Werken von Carl Orff nach Ägypten und präsentierte »Trionfo di Afrodite« und die »Carmina Burana« in den Opernhäusern von Alexandria und Kairo. Thomas Hengelbrock wird den Chor im Juli 2010 mit Haydns "Schöpfung" zusammen mit den Münchner Philharmonikern in Ljubljana / Slowenien leiten.














