In den Ausgaben von 18.04.2006 äußern sich alle großen Münchner Tageszeitungen (Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Abendzeitung, tz) über die gelungene Aida-Inszenierung am Osterwochenende 2006 in der Münchner Olympiahalle:

 

Opulent und stark besetzt: Aida in der Olympiahalle (AZ) /

Wirkungsvolles Großspektakel: Verdis Oper "Aida" (MM)

 

Über die Leistung des Rundfunkorchesters und des Philharmonischen Chores ist zu lesen:

In der AZ (Volker Boser): (...) So mancher Aida-Fan mag in der Staatsoper oder auch in Verona schon weit unbefriedigendere Aufführungen erlebt haben. Rundfunkorchester und Philharmonischer Chor waren beim Dirigenten Patrick Fournillier in guten Händen. (...)

 

Der Münchner Merkur (Gabriele Luster) lobt insbesondere die guten Leistungen der Solisten, die Amneris und Radames verkörpern: (...) Dass sämtliche Protagonisten mit hoch empfindlichen Mikroports ausgestattet sind, ist unüberhörbar. Am besten nutzt dies Chariklia Mavropoulou als großartige Amneris. Mit raumgreifenden Mezzo, flammender Höhe, satter Tiefe und leidenschaftlicher Gestaltung erobert sie zwar nicht Radames, aber umso rascher das Publikum. Keith Olsen kann sich als Radames bis zum Schluss auf sein tenorales Durchhaltevermögen verlassen. (...) Unterstützt wurden sie vom Philharmonischen Chor München, der, gleich beim Orchester postiert, seinen Part sicher absolvierte.

 

Die TZ (Jörg Heinrich) stellt fest: (...) der Mix aus Pomp, Pop und Wüstensand funktioniert. Vor allem wirkt das Spektakel, weil die Holländer musikalisch auf Qualität setzen. Der agile Dirigent Patrick Fournillier, das Münchner Rundfunkorchester und der Philharmonische Chor reißen mit, klingen gut gelaunt und aufgeräumt. Und auch die Solisten überzeugen: Vor allem Sylvie Valayre, die am Sonntag kurzfristig für die erkrankte Iano Tamar einsprang, gelingt eine wunderbare Aida. Selbst die Olympiahalle erstaunt als Opern-Arena – der Klang ist famos.

 

Und die SZ (Rudolf Neumaier) beschreibt die mitreißende Zuschauerwirkung des Spektakels: (...) Die Veranstalter haben neben ihrem kommerziellen Anspruch, mit Giuseppe Verdis „Aida“ an zwei Abenden jeweils 9500 Karten zu verkaufen, einen missionarischen. Jedenfalls beteuern sie, mit einem Spektakel neue Zuschauerschichten für die Oper gewinnen zu wollen. Dieses Trachten ist für eine Kommerz-Produktion umso ehrenwerter, als die „Aida“ in Originallänge gespielt und auf gassenhauerische Dacapos verzichtet wird. (...) Dabei dirigiert Patrick Fournillier agil, einen beschwingten Verdi ohne überbordende Inbrunst, wie es in einer durch und durch auf Effekt zielenden Produktion nahe läge. (...) Ein Teil der Untertribüne gerät in Ekstase, mitten in der Szene flippen, man kann es nicht anders sagen, Zuschauer aus und johlen. Freunde von Pferden und Feuerwerks-Tamtam werden sich in einer richtigen Oper langweilen. Was dagegen einzuwenden ist, dass ihnen die Ben Hur-Version der „Aida“ gefällt? Nichts.